Erasmus-Widmann-Gymnasium
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Studienaufenthalt

Mit dem Rotary-Club in Frankreich

Die Schülerin des Erasmus-Widmann-Gymnasium Anna S. wurde für die Reise des Rotary-Clubs nach Frankreich unter mehreren Bewerbern ausgewählt.

Anna

In den Sommerferien suchte ich mit meiner Frau auf dem Flughafen Stuttgart unser Terminal. Kurz bevor wir eincheckten, trafen wir meine Schülerin Anna S. mit ihren Eltern. Wir erfuhren, dass Anna in Nizza ihre Französisch-Kenntnisse vertiefen wollte. In diesem Moment fiel mir ein Schreiben ein, das ich einige Wochen vor den Ferien erhalten hatte. Der Rotary-Club Schwäbisch Hall ermöglichte Anna einen zweiwöchigen Aufenthalt in der Nähe von Paris. Wohnen wird sie bei sechs Gastfamilien, ebenfalls Mitglieder des Rotary-Club, die ihr dann ein ausführliches kulturelles Erkundungsprogramm bieten sollten. Anna schwärmt von der »freundlichen, ja herzlichen und offenen Aufnahme« der Familien. Aber nicht nur Paris mit dem berühmten Künstlerviertel Montmartre und dem geheimnisvollen Museum Dan Browns, dem Louvre standen auf dem Programm, sondern auch die langen Küstenstrände der Normandie, sowie das Licht aller Lichter, die Kathedrale von Chartres. Aber vor allem die französische Küche hat es Anna angetan. Als »vorzüglich« bewertet Anna das Essen im Gastland. Dazu passt dann auch der Ort des Auswahlgesprächs für die Reise des Rotary-Clubs. »Mit sechs Mitbewerbern trafen wir uns im Restaurant Eisenbahn in Schwäbisch Hall Hessental«. Jeweils drei Bewerber sprachen eine halbe Stunde mit den Juroren vom Rotary-Club. Die Juroren wollten die Bewerber kennenlernen, ihr Interesse für Frankreich, für die Sprache, für die Kultur und schließlich natürlich auch den Grund für die Bewerbung.

Der Französisch-Lehrer Thomas Konrad stellte in seinem Oberstufenkurs die Ausschreibung des Rotary-Clubs vor, kurz darauf hat sich Anna dafür beworben und wurde auch gleich eingeladen. Ob sie denn ein Essen in dem für seine französische Küche berühmten Restaurant »Eisenbahn« bekommen haben. »Das steht noch aus«, lacht Anna. Ihre Begeisterung für das Fach Französisch hat auf jeden Fall nicht unter dem Aufenthalt gelitten, das konnte ich auf dem Flughafen in Stuttgart feststellen. Wieder ist Anna auf dem Weg nach Frankreich. Auf die Frage, was sie aus dem Aufenthalt mitnimmt, nennt sie neben den Sprachkenntnissen und der Kultur auch eine persönliche Erfahrung, durch die sie »über sich hinausgewachsen ist«. Der Rotary-Club ermöglichte einer Schülerin die klassische Bildungsreise, wie sie Goethe bereits für seine Italienfahrt am Ende des 18. Jahrhunderts beschrieben hat. Und nach der Bewertung Annas zufolge hat der Club dieses Bildungserlebnis nicht nur ermöglicht, sondern auch erreicht.

Nikolai Häußermann