Erasmus-Widmann-Gymnasium
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Spanisch am EWG:

»Ein regelrechter Run«

Das Erasmus-Widmann-Gymnasium bietet seit vier Jahren das Fach Spanisch für seine Schüler an. Aufgrund des starken Interesses mussten in diesem Schuljahr zwei Spanisch-Klassen für einen Jahrgang eingerichtet werden.

Die drei Spanischlehrer/innen am EWG

Wer kennt ihn nicht, den edlen Junker von La Mancha, der gegen Windmühlen kämpft und  seine Dame Dulcinea von Toboso gegen böse Zungen verteidigt. Don Quichote ist nur ein Argument unter vielen, warum man heute Spanisch lernt. Das Erasmus-Widmann-Gymnasium bietet deshalb seit 2006/07 das Fach Spanisch für seine Schülerinnen und Schüler an. Seither gibt es laut der Spanisch-Lehrerin Caroline Bürkle »einen regelrechten run« auf das Fach, so dass im neuen Schuljahr sogar zwei Spanisch-Klassen in einem Jahrgang eingerichtet wurden. Die Beliebtheit erklärt Caroline Bürkle mit der Weltkenntnis, die das Fach vermittelt: »Spanisch öffnet vorher unbekannte Horizonte und Fenster. Spanien und Lateinamerika sind im Gegensatz zu den englisch- und französischsprachigen Ländern nicht im Alltagswissen verankert«. In diesem Jahr erreichte der erste Spanisch-Jahrgang die Oberstufe. Nicht nur eine Herausforderung für die Spanisch-Schüler, sondern auch für die Spanisch-Lehrer Caroline Bürkle und Thomas Konrad, die zum ersten Mal ein Spanisch-Abitur abnehmen. »Spanisch wählen vor allem Mädchen, die sehr motiviert sind und auch bereit, persönlich in spanischsprachige Länder zu reisen«, so Caroline Bürkle. Aus der Beliebtheit des Fachs folgt deshalb auch, dass in diesem Schuljahr das EWG eine Spanisch-Lehrerin ausbildet. Gesine Gerstberger-Häußermann hat Spanisch in Heidelberg studiert und war längere Zeit in Salamanca. Auch sie empfindet die Spanisch-Schüler als sehr motiviert und hat viel Freude am Unterricht des Fachs. In diesem Jahr bietet sie einen »kulinarischen Einstieg in die spanische Sprache« für die Spanisch-Anfänger an. »Wir werden spanisch kochen, Menüs entwerfen und natürlich auch spanisch Essen. Das schöne bei diesem Einstieg ist der Zugang zur spanischen Sprache über die Sinne und den Geschmack«.

Ein Austausch mit einer Schule aus Spanien ist leider bisher aufgrund des mangelnden Interesses von spanischer Seite an der deutschen Sprache nicht möglich. Jedoch können die Schüler privat mit Organisationen in lateinamerikanischen Familien leben und in die Schule gehen. Die Erfahrungen der Schüler sind durchweg positiv: »Ich würde auf jeden Fall wieder nach Lateinamerika gehen«, schwärmt eine Schülerin der 13. Klasse.

Aber nicht nur die Schüler haben kulturelle Erfahrungen mit spanischsprachigen Ländern. Caroline Bürkle war jahrelang Lehrerin in Lateinamerika: Zuerst in Buenos Aires, anschließend als Schulleiterin in Kali/Kolumbien. Wer Caroline Bürkles Erzählungen über Lateinamerika lauscht, bekommt Lust auf mehr: Der Tango, die Küche, die unendliche Pampas auf der einen, die tropischen Wälder auf der anderen Seite, die Peones-Kultur, die europäischen Städte. Wer die Lateinamerikaner für rückständig hält, irrt. So berichtet Caroline Bürkle von lateinamerikanischen Austausch-Schülern, die Ende der 90er Jahre in Deutschland ganz verzweifelt nach einem Internet-Anschluss gesucht haben. Als Caroline Bürkle dann 2007 nach Deutschland zurückkommt, gibt es am EWG bereits eine längere Tradition des Fachs Spanisch als AG, als freiwilliges Zusatzfach. Thomas Konrad betreute die AG bereits seit 1983 . »Das Interesse nahm immer mehr zu, so dass Schulleiter Ralph Schröder die AG zum regulären Schulfach ausbauen wollte. Ich habe mich natürlich sofort dazu bereit erklärt, Spanisch als reguläres Fach zu unterrichten«. Die Möglichkeit, Spanisch zu wählen, könnte nicht zuletzt auch mit ein Grund dafür sein, dass das EWG in diesem Schuljahr einen so großen Andrang an neuen Schülern zu verzeichnen hat, wie noch nie.

Nikolai Häußermann