Deutsche Schülerakademie – eine Teilnahme lohnt sich

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Die Deutsche Schülerakademie (DSA – zur Webseite der Schülerakademie geht es hier) existiert schon seit 29 Jahren. Finanziert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und den Stifterverband, werden durch diese Organisation interessierte und begabte Schüler/innen außerschulisch gefördert. Den Jugendlichen wird angeboten, in Kursen natur-, geistes-, gesellschaftswissenschaftliche sowie auch künstlerische Themen auf Universitätsniveau zu erarbeiten.

Das Erasmus-Widmann-Gymnasium hat mich im Frühjahr 2017 für das Programm der DSA vorgeschlagen. Obwohl nur 50 Prozent aller Bewerbungen angenommen werden können, gehörte ich zu den Glücklichen, die an einer der zwölf Akademien teilnehmen durfte. Ich konnte fünf aus insgesamt 60 Kursen als Wunsch angeben und wurde dann dem Kurs „Literatur-Kultur-Erinnerung“ in der 16-tägigen Akademie in Torgelow am See, Mecklenburg-Vorpommern, zugeteilt. Dort wurden alle Teilnehmer/innen aus sechs unterschiedlichen Kursen auf einem privaten Internatsgelände, direkt am See, untergebracht.

In meinem Kurs haben wir uns jeden Tag mit einem neuen Thema beschäftigt. Beispielsweise mit den verschiedenen Arten des Gedächtnisses, der Rezeption Trojas im Mittelalter, der deutschen Sprachgeschichte oder der Psychologie in Märchen. Das Lesen von wissenschaftlichen und literarischen Texten war dabei zentraler Bestandteil unserer täglichen Arbeit. Gemeinsam haben wir so den richtigen Umgang mit solchen Texten und sachgemäßes wissenschaftliches Arbeiten gelernt. Unsere Kursleiterinnen, beide Doktorandinnen, waren sehr zuvorkommend und liebenswürdig. Obwohl sie die Rolle der Lehrenden hatten, fühlte man sich zu keinem Zeitpunkt belehrt oder überhört. Durch die ständige Gruppenarbeit bildete sich ein großer Zusammenhalt in unserem Kurs. Langweilig wurde uns nie! Im Gegenteil: Jedes Thema war auf eigene Weise interessant und alle hatten Spaß daran, sich jeweils damit auseinanderzusetzen.

Deshalb funktionierte auch das gemeinsame Erstellen der arbeitsaufwendigen Dokumentation gut. Denn eine der Aufgaben für alle Teilnehmer/innen in den Akademien ist das Zusammenfassen von Texten, Referaten und Sachverhalten, mit denen man sich im Kurs befasst hat. Die Sorge, den Anforderungen womöglich nicht zu entsprechen, bestätigte sich nicht, da es bei all dem trotzdem keinen Leistungsdruck gab. Es entstand aber der Wille, zusammen etwas zu schaffen.

Die kursübergreifenden Angebote schafften neben dem Kurs eine abwechslungsreiche Zeit. Jeden Tag konnte man entscheiden, an welcher der Aktivitäten man teilnehmen wollte. Das kleine hausinterne Kino, die Bibliothek, das Fitnessstudio und alle Sportanlagen standen uns dafür frei zur Verfügung. Es gab ein großes musikalisches Angebot (ich war z.B. Mitglied des Improvisations- Chores), Schach, Sprachen (z.B. Arabisch und Gebärdensprache), Origami, etc. So hatte man die Möglichkeit, Zeit mit Teilnehmer/innen zu verbringen, die nicht in dem eigenen Kurs waren. Ich habe dort Leute kennengelernt, die ganz andere Interessen und Meinungen hatten als ich selber. Auch die Konzerte, die zwei Partys und das Sportturnier schufen eine angenehme Unterbrechung im Akademiealltag. Das Gleiche galt für den Exkursionstag, an dem fünf Ausflugsziele für jeden zur Auswahl standen. Für mich ging es an diesem Tag nach Ravensbrück zu der KZ-Gedenkstätte, wo uns von den damals inhaftierten Frauen berichtet wurde.

Die ganze Intensität und der Spaß der DSA entstanden eigentlich vor allem durch unzähli-ge kleine Begebenheiten. Mit anderen im Kurs oder bei kursübergreifenden Angeboten etwas Neues zu lernen oder zu entdecken, sich mal etwas zu trauen, während des Essens über relevante Themen, aber auch Belanglosigkeiten zu reden, zusammen zu lachen. Dieses „Miteinander“ gehörte für uns alle genauso zu der Akademie dazu und hat sie zu dem gemacht, was sie ist.
Abschließend kann ich sagen, dass diese 16 Tage eine Bereicherung für mich waren. Auf der DSA in Torgelow habe ich nicht nur intellektuell erheblich viel gelernt, sondern auch persönlich sehr viele wundervolle Erinnerungen gesammelt und Freundschaften geschlossen. Am Abreisetag wollte deshalb auch kaum jemand freiwillig nach Hause fahren.

Ich kann jeder Person, die von der Schule für dieses Programm vorgeschlagen wird, nur raten, diese Chance zu nutzen. Bereuen wird man es auf gar keinen Fall!

Sophia Troche

VIELEN DANK FÜR DEN AUSFÜHRLICHEN BERICHT!

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