Erasmus-Widmann-Gymnasium
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Erasmus Widmann

15.09.1572 - 31.10.1634

Erasmus Widmann, der bedeutenste aus Hall stammende Musiker und Komponist, gehört zu einer traditionsreichen und gebildeten Familie der Reichsstadt. Pfarrer Georg Widmann war der Chronist des Haller Mittelalters und der Reformationszeit. Dr. Georg Rudolf Widmann, der Großvater des Erasmus, war Syndikus der Reichsstadt. Sein Haus am Markt 5 ist eines der schönsten Renaissancehäuser der Stadt. Der älteste gleichnamige Sohn dieses Juristen war Schreiber des Stifts Comburg und Verfasser eines Faustbuches. Als zweiter Sohn dieses Gelehrten wurde Erasmus geboren.

Nach seinem Studium in Tübingen fand der humanistisch und musikalisch Gebildete erste Anstellungen als Musiker und Organist in der Steiermark (Eisenerz 1595, Graz 1596). Die einsetzende Gegenreformation der Habsburger zwang ihn jedoch bald zur Rückkehr nach Hall. Seit 1599 findet man ihn als Konrektor an der Haller Lateinschule. 1602 holte ihn der kunstsinnige Graf Wolfgang von Hohenlohe, der Erbauer des Renaissance-Schlosses in Weikersheim, als Kapellmeister und Organisten an seinen Hof. Nach dem Tode seines Gönners trat er 1613 als Kantor der Jakobskirche und als Lehrer am Gymnasium in die Dienste der Reichsstadt Rothenburg, wo er 1634 verstarb.

Erasmus Widmann hat eine große Zahl von Kompositionen hinterlassen, darunter ein evangelisches Gesangbuch für Hohenlohe, eine Vertonung der Psalmen und Instrumental- und Vokalmusik als gesellige Gebrauchsmusik für den Fürstenhof. Einfallsreichtum und Genialität findet man vor allem in den Volksstücken, deren schwankhafte Texte er selbst verfaßte, und in der Instrumentalmusik, wo Kanzonen (Tänze) vorherrschen. Dazu hier ein Musikstück: Magdalena (Nr.3)

Unter seinem Bildnis, das die Titelseite der Neuen geistlichen deutschen und lateinischen Motetten "schmückt" findet sich sein Motto: "Mit den Fröhlichen fröhlich, mit den Traurigen traurig, siehe da, Erasmus Widmann hält für alle etwas bereit"