Schluss mit Streit

Streitschlichtergruppe am EWG

Wie ist die Streitschlichtergruppe organisiert?
Die Streitschlichtergruppe existiert im achten Jahr am EWG. Sie umfasst aus den Klassenstufen 7 – 12 in der Regel aus jeder Klasse zwei Schüler, meist einen Jungen und ein Mädchen. Diese Streitschlichterschüler werden in der sechsten Klasse ausgewählt und sind dann ab der siebten Klasse aktiv mit dabei. Das Wissen um die Streitschlichtung bringen den Neuen die erfahrenen Streitschlichterschüler/innen bei. Am Beginn des Schuljahres findet ein »Streitschlichterworkshop« statt. Dort werden viele Fragen besprochen, die die Organisation und die »Öffentlichkeitsarbeit« der Streitschlichtergruppe im laufenden Schuljahr betreffen. Entscheidungen über Mitarbeit und Organisation werden mit den Schüler/innen abgesprochen. Am Ende des letzten Schuljahres wurden alle ehemaligen Fünfer im Rahmen eines Projektes mit der Streitschlichtung vertraut gemacht. Die Schüler/innen waren begeistert und viele wollten sich sofort der Streitschlichtergruppe anschließen. Sie verstanden jetzt viel besser, was »Streitschlichtung« eigentlich sein soll. So wird dieses Projekt wohl auch in diesem Schuljahr für die Fünftklässler wieder stattfinden. Wenn alle neuen Schüler/innen am EWG mit der Grundidee der Streitschlichtung vertraut gemacht werden, ist sicherlich die Akzeptanz und der Zulauf noch größer. Die Gruppe wurde zu Beginn von 7 Kollegen/innen betreut, nach der Etablierung an unserer Schule noch von zwei Lehrerinnen. Die Lehrer/innen verstehen sich als Ansprechpartner und helfen bei organisatorischen oder sonstigen Problemen.

Wie funktoniert Streitschlichtung?
Streitigkeiten unter Schülern werden durch die Streitschlichter friedlich geregelt. Es geht dabei nicht um Bestrafungen oder um eine Einstufung in Gut und Böse, sondern darum, sich in die Lage eines anderen zu versetzen und gemeinsam einen Konsens zu erarbeiten.

Das Gespräch, das zusammen mit Streitern und Schlichtern geführt wird, unterliegt bestimmten Regeln, die von allen Beteiligten eingehalten werden müssen. Am Ende des Schlichtungsgespräches setzen die Streitparteien einen gemeinsam erarbeiteten Vertrag auf, in dem die Bedingungen zu Beseitigung des Streites geregelt werden.

So sollen die Schüler/innen lernen, dass ein Streit nicht ausufern mus, sondern auch intern im gemeinsamen Gespräch gelöst werden kann. Schüler helfen Schülern bei der Bereinigung iher Konflikte, die Lehrer stehen beratend zur Seite. Die Lösung(en) in einem Streitfall müssen die beteiligten Schüler selbst finden.
Nur so werden sie auch von ihnen akzeptiert.

Warum Streitschlichtung?
Die Idee der Schülermediation (Schülerstreitschlichtung) ist hervorragend, denn Toleranz und Einfühlungsvermögen, gutes Zuhören und Konzentration sind Fähigkeiten, die dabei geschult und erworben werden. Schüler/innen erweitern ihr Verhaltensrepertoire in Konfliktsituationen und verbessern ihr Sozialverhalten.

Alle in unserer Gruppe Engagierten würden sicherlich zugeben, dass am Anfang nicht alles optimal gelaufen ist. Andererseits war über die vergangenen drei Schuljahre hinweg stets ein innovativer Impuls zu spüren, immer wieder wurde nach Verbesserungen gesucht. Auch in den nächsten Jahren wird immer wieder etwas zu verändern oder umzustrukturieren sein. Aber dieser Prozess wirkt sich auf das gesamte Schulklima positiv aus, bringt Bewegung in eine Schule und fördert das Verständnis für eine positive Konfliktkultur und einen guten Umgang miteinander.

Cornelia Christiansen