Paten und Streitschlichter

Die Paten und Streitschlichter an unserer Schule

Wie ist die Gruppe organisiert?

Unsere Gruppe besteht aus Schülern der 8. Klasse und aus Mentoren der höheren Klassen, die bereits Erfahrungen in der Streitschlichtung bei uns an der Schule gemacht haben. Die Tätigkeit als Streitschlichter und auch die der Mentoren ist freiwillig.

Die Streitschlichter fungieren an unserer Schule gleichzeitig als „Paten“ für die 5. Klasse. Damit unterstützen sie die Neuankömmlinge nicht nur in der ersten Zeit, am ersten Schultag oder am Klassentag am Heimbacher Hof, sondern begleiten sie über das Schuljahr hinweg. Sie arbeiten zudem eng mit der SMV (Schülermitverantwortung) zusammen und organisieren außerhalb des Schulalltags Veranstaltungen für die Unterstufe (z.B. Halloween- und Faschingsparty). Somit können die Schüler von Anfang an ein Vertrauensverhältnis und einen persönlichen Bezug aufbauen und haben in einem Konfliktfall keine Hemmungen, mit ihrem Problem auf die Streitschlichter zuzugehen.

Wie wird man Pate und Streitschlichter?

Zunächst werden jedes Jahr aus den Bewerbern der 7. Klassen Paten ausgewählt, die im darauffolgenden Schuljahr die 5. Klassen in ihrem Schulalltag begleiten und dann auch als Streitschlichter unterstützen. Der „Streitschlichterworkshop“ findet zu Beginn eines jeden Schuljahrs statt. Dort lernen die Achtklässler die Grundlagen der Streitschlichtung kennen:
Was sind Konflikte überhaupt?
– Wie entstehen Konflikte?
– Wie werden Konflikte gelöst, ohne dass eine der Konfliktseiten einen „faulen“ Kompromiss eingeht?

Wo hat die Streitschlichtertätigkeit ihre Grenzen?
Der Workshop und die weitere Organisation der Streitschlichter und Paten wird von den Mentoren betreut, die von zwei Lehrerinnen unterstützt werden. Die Einbindung der Mentoren ist dabei ein wichtiges Element, denn so profitieren die angehenden Streitschlichter von den Erfahrungen ihrer Mitschüler. Die Lehrerinnen verstehen sich als Ansprechpartner und helfen bei organisatorischen oder sonstigen Problemen. Dies ist im Sinne der Idee unserer Schulgemeinschaft „Schüler helfen Schülern“.

 Warum Streitschlichtung?

Streitigkeiten unter Schülern werden durch die Streitschlichter friedlich geregelt. Es geht dabei nicht um Bestrafungen oder um eine Einstufung in Gut und Böse, sondern darum, sich in die Lage eines anderen zu versetzen und gemeinsam einen Konsens zu erarbeiten.

Dabei treten unsere Streitschlichter als Mediatoren (Vermittler) auf. Sie sind unparteiisch und unterstützen die Konfliktparteien, die Auseinandersetzung zu lösen. Wichtig dabei ist, dass die Lösung des Konflikts nicht von den Mediatoren vorgegeben wird, sondern von den Beteiligten selbst entwickelt wird.

 Wie läuft die Streitschlichtung ab?

Das Gespräch, das zusammen mit Streitenden und Schlichtern geführt wird, unterliegt bestimmten Regeln, die von allen Beteiligten eingehalten werden müssen. Am Ende des Schlichtungsgespräches setzen die Streitparteien einen gemeinsam erarbeiteten Vertrag auf, in dem die Bedingungen zu Beseitigung des Streites geregelt werden.

So sollen die Schüler/innen lernen, dass ein Streit nicht ausufern muss, sondern auch intern im gemeinsamen Gespräch gelöst werden kann. Schüler helfen Schülern bei der Bereinigung ihrer Konflikte, die Lehrer stehen beratend zur Seite. Die Lösung(en) in einem Streitfall müssen die beteiligten Schüler selbst finden.
Nur so werden sie auch von ihnen akzeptiert.

Die Idee der Schülermediation (Schülerstreitschlichtung) ermöglicht, dass die Schüler/innen ihr Verhalten in Konfliktsituationen reflektieren und es fördert dabei wichtige Kompetenzen im Sozialverhalten. Toleranz, Einfühlungsvermögen, gutes Zuhören und Konzentration sind Fähigkeiten, die hierbei geschult und erworben werden. Unsere Erfahrung ist es, dass dieser Prozess der Konfliktlösung sich auf das gesamte Schulklima positiv auswirkt und das Verständnis für eine positive Konfliktkultur und einen guten Umgang miteinander fördert.

Karolina Gubala und Karin Wieland