Das Erasmus-Widmann-Gymnasium darf sich offiziell als erste Schule in Schwäbisch Hall „Fairtrade-Schule“ nennen. Eine Delegation aus Schülern und Lehrkräften nahm die Auszeichnung auf der Stuttgarter Frühlingsmesse aus den Händen des Kultusministeriums entgegen. Philipp Keil, geschäftsführender Vorstand der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit (SEZ) betonte in seinem Grußwort, wie wichtig das Engagement von Schulen ist, um eine nachhaltigere und fairere Welt zu gestalten. Jugendliche hätten das Zeug dazu, „Gamechanger“ zu sein.
Das EWG engagiert sich seit Beginn des Schuljahres mit vielen Aktionen für das Thema Fair Trade. Daria Beser und Lano Ahmed aus Klasse 11 zeigen dies eindrucksvoll in ihrem selbstgedrehten Clip über das Thema Nachhaltigkeit am EWG: So wurde z.B. das Sortiment des Schulkiosks und Mensa um fair gehandelte Artikel erweitert, bei ihren Aktionen setzt die SMV auf Fairtrade-Qualität und im Herbst fand eine Nachhaltigkeitsausstellung in Kooperation mit der Stadt Schwäbisch Hall in den Räumlichkeiten der Schule statt. Globale Produktions- und Handelsbedingungen werden insbesondere im Geographieunterricht verstärkt thematisiert. Elias Chelly und Levi Kreß stellten auf der Messe zudem ihr Konzept vor, eine schuleigene faire Schokolade zu entwickeln. Weitere Aktionen zum Thema Fairtrade sind bereits geplant.
Insbesondere Geographielehrerin Dorothee Kindl hat sich mit großem Einsatz in den letzten beiden Jahren hervorgetan. Für sie war es kein Selbstzweck, ein Fairtrade-Siegel zu erhalten, Nachhaltigkeit und Klimaschutz seien keine bloßen Schlagworte im Lehrplan: „Fairtrade bedeutet mehr als nur ein Logo auf Lebensmitteln. Es bedeutet Respekt vor den Bauern und Produzenten, die hart arbeiten, damit wir genießen können.“
Mit dem Siegel verpflichtet sich die Schulgemeinschaft, kritisch auf Produktionsbedingungen zu schauen und Verantwortung für den Planeten und kommende Generationen zu übernehmen. Auch wenn es um vermeintliche Kleinigkeiten geht, etwa ob die SMV auf nachhaltig produzierte Schokolade für ihre Nikolausaktion umstellt, so ist doch klar: Unser Handeln und unsere Konsumentscheidungen haben direkte Auswirkungen auf das Leben von Menschen am anderen Ende der Welt.
Jochen Schmidt
Beitragsbild und Bilder 1-6: Jan Scheife, Kl. 11
Bild 7+8: © Markus Karl, SEZ








