Dutzende Fragen, formiert zu einem großen Fragezeichen auf den Stufen St. Michaels.
Fragen, die die rund 120 SchülerInnen und Lehrkräfte des Erasmus-Widmann-Gymnasiums
an die Demokratie stellen und passend zur „Nacht der Demokratie“ am 02.10 auf
selbstbemalten Schildern präsentierten.
Schon früh stand fest: Als Mitglied des Haller Bündnisses für Demokratie und Menschenrechte beteiligt sich das EWG an der „Langen Nacht der Demokratie“ um gemeinsam mit Aktionsgruppen wie den Omas gegen Rechts ein Zeichen zu setzen. Gerade in Zeiten, in denen politische Ränder zunehmend Zuspruch erhalten und das Vertrauen in die Demokratie herausgefordert wird, möchte das EWG auf diese Weise den demokratischen
Gedanken insbesondere unter jungen Menschen stärken.
Damit wird die Schule auch ihrem Auftrag der Demokratiebildung gerecht. Dieser umfasst nicht nur die „Erziehung zur politischen Mündigkeit und gesellschaftlicher Teilhabe“, sondern fordert darüber hinaus, dass „demokratische Grundrechte, Prinzipien und Beteiligungsmöglichkeiten“ im Unterricht, im Schulleben und in der Schulkultur nicht nur vermittelt, sondern auch aktiv gelebt werden. Demnach beschäftigten sich die SchülerInnen aller Jahrgangsstufen schon Wochen vor dem eigentlichen Aktionstag mit verschiedenen Aspekten der Demokratie und formulierten anschließend ihre noch offenen Fragen. Darunter beispielsweise „Ist ein Kompromiss ein persönlicher Verlust oder ein gemeinsamer Gewinn?“ oder auch „Sollten alle Meinungen im gleichen Maße respektiert werden?“. Anschließend gestalteten sie gemeinsam Plakate, auf deren Vorderseite die Frage und auf der Rückseite eine mögliche Antwort stand. Unter der Leitung von Melanie Hölzel und Julian Ibald nahm die Aktion zunehmend Gestalt an.
Am Aktionstag selbst startete die Aktion des EWGs bereits um 17Uhr auf dem Marktplatz. Dort formierten sich die SchülerInnen der Jahrgangsstufen 5-12 gemeinsam mit ihren Lehrkräften auf den Stufen St. Michaels zu einem großen Fragezeichen und streckten ihre Plakate gen Himmel. Sie bildeten damit eine eindrucksvolle Kulisse für die Eröffnung der „Langen Nacht der Demokratie“, bei der neben dem offiziellen Programm und musikalischen Einlagen auch ein besonderer Beitrag des EWGs dargeboten wurde. Die Schülerin Paula Erhardt
präsentierte ihren selbstverfassten Text „Was ist Freiheit?“, der das Publikum spürbar zum Nachdenken über die Bedeutung von Freiheit und Demokratie anregte.
Im Anschluss darauf löste sich das Fragezeichen in eine lange Menschenkette auf, die den BesucherInnen der „Nacht der Demokratie“ ihren Weg vom Marktplatz bis zur Gelbinger Gasse, dem Standort vieler weiterer Angebote, wies. Dabei luden die Plakate und die darauf zu lesenden Fragen nicht nur zum Nachdenken, sondern auch zu offenem Austausch zwischen PassantInnen und Beteiligten des EWGs ein. So entstanden viele interessante Begegnungen, bei denen reichlich diskutiert, verschiedenste Perspektiven geteilt und Anregungen ausgetauscht wurden. Besonders bemerkenswert dabei: der stets respektvolle und wertschätzende Umgang miteinander. Trotz komplexer Themen und aufreibenden Fragestellungen bewiesen alle Teilnehmenden demnach große Fairness und zeigten auf, dass Verschiedenheit kein Grund zu Feindseligkeit, sondern vielmehr zu gemeinsamem Austausch sind.
Die Aktion machte somit noch einmal deutlich: Demokratie lebt von Vielfalt, Respekt und offenem Diskurs, und davon, dass wir gemeinsam für ihren Erhalt einstehen. Denn Demokratie bedeutet Freiheit, Freiheit für uns alle.
Pauline Ellenrieder, KS2





