Phileas Fogg bedarf dazu 80 Tagen samt einem kleinen Trick mit der Datumsgrenze, dem Erasmus-Widmann-Gymnasium genügen für die musikalische Weltreise etwas mehr als 80 Minuten plus eine Pause, in der die Kursstufe Getränke verkauft – löblich: es gibt neuerdings nur noch alkoholfreien Sekt.
Doch zur Sache: Das EWG lädt zum Sommerkonzert und trotz heftiger Sommerhitze ist die Aula des Schulzentrums sehr gut besetzt. Die Musiklehrkräfte Rainer Kindermann, Daniel Bangert, Adriano Tirenni und Stephanie Zigan stellen wie jedes Jahr ein beeindruckendes Programm auf die Beine. Für die vielen beteiligten Schülerinnen und Schüler als auch deren Eltern und Familien macht die Musik aus einer Schule „meine Schule … unsere Schule“. Und es ist ein echtes Aushängeschild für die Schule.
Die musikalische Weltreise begann mit dem Unterstufenorchester (Leitung Rainer Kindermann) in Florida, „The Second Storm in Northwest Florida“ baute einen stürmischen Spannungsbogen auf, rhythmisch anspruchsvoll wurde das Stück gut dargeboten. Durch den Sturm verschlug es den Unterstufenchor (Leitung Daniel Bangert, Klavier Adriano Tirenni) gleich nach Dänemark, das friedvoll-besinnliche Sommerlied beeindruckte, so dass eine bemerkenswerte kleine Pause mit absoluter Ruhe vor dem verdienten Applaus entstand. Es folgte „Blumen und Beton“ von 6K United – ein Rapsong mit chorischen Bewegungen und einer echten Botschaft, dass die Erde „nicht zu Asche zerfällt“, sondern durch Engagement eine helle Zukunft für junge Menschen bereithält.
Das Große Orchester (ebenfalls Daniel Bangert) begab sich nach China: „Three Chinese Pictures“. Drei extrem anspruchsvolle musikalische Bilder mit ungewohnter Harmonik und Rhythmik. Heimischer fühlte sich das Orchester dann beim Slawischen Tanz von Antonin Dvorak und noch heimischer bei „New York, New York“, wo die Wechsel in den Tempi perfekt gelangen. Tosender Applaus belohnte die Mühen reichlich.
Nach der Pause intonierte der Große Chor (Leitung Stephanie Zigan) den Toto-Hit „Africa“, – zahlenmäßig die größte Musik-AG des EWGs – mit beeindruckender Klangstärke. Man könnte meinen „sind ja so viele – kein Wunder“, doch die Chorleiterin schuf ein Chorgefühl, das jede und jeden motivierte, das Beste aus sich herauszuholen. Über Brasilien „The Girl From Ipamena“ – Chor der Kursstufe, Korea „Airirang“ – gesamter Chor – ging es zurück nach Frankreich „Aux Champs-Elysée“. Jeweils reichlicher Applaus belohnte die Sängerinnen und Sänger zu Recht.
Zum Abschluss die Bigband (Leitung Rainer Kindermann): Alle einzelnen Stücke und die Solistinnen und Solisten zu nennen, sprengte den Rahmen dieser Rezension. Gewohnt zupackend, rhythmisch sehr differenziert, perfektes Timing mit kleinen Generalpausen sorgte die Bigband mit ihren wie aus dem Ärmel geschüttelten Stücken für einen heiter gelassenen Abschluss der musikalischen Weltreise und ließen die sommerliche Hitze fast vergessen.
Matthias Imkampe

Liebes HT, das war als Hinweis gedacht: Man sieht Frau Zigan dirigieren – das ist zum Fotografieren nicht immer so einfach, auch wenn unsere Musiklehrkräfte immer dirigieren, sind ja manchmal auch die Hände unten, ist halt so beim Dirigieren … und alle Schülerinnen und Schüler sieht man beim Singen. Auch das ist fotografisch nicht immer so leicht festzuhalten.