Tag der Demokratie – Oberbürgermeister Daniel Bullinger im Gespräch mit Schülern

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Morgens am Schulzentrum West, abends in der Hospitalkirche bei Joachim Gauck: Daniel Bullingers Terminkalender war am Tag der Demokratie gut gefüllt wie immer. Es ist ein bewusst gesetztes Zeichen, eine Veranstaltung mit Schülerinnen und Schülern an einem Tag zu organisieren, an dem ein Elder Statesman die Stadt beehrt. Der frisch gewählte OB möchte nahbar bleiben, sich den Jugendlichen vorstellen und Kommunalpolitik erklären. Zum Termin kommt er mit dem E-Bike angeradelt.

Auf der Bühne empfingen ihn vier Schülerinnen und Schüler vom EWG und zwei von der JBG. Die sorgfältig vorbereiteten Fragen umfassten eine große politische und persönliche Bandbreite. So interessierte die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel, ob Bullinger für eine Absenkung des Wahlalters auf 16 sei, ob er von weiteren coronabedingten Schulschließungen ausgehe oder wann der Tunnel am Scharfen Eck fertiggestellt sei. Auch fragten sie sich, ob die Stadt Schwäbisch Hall gleichzeitig klimaneutral und wirtschaftlich attraktiv sein könne – und wie sich der OB den Weg dorthin vorstellt. Allzu konkrete Antworten hatte er in diesem Bereich noch nicht; die Fortschreibung des Klimaschutzkonzepts habe hohe Priorität, nehme aber Zeit in Anspruch. Bei vielen Themen wie Infrastruktur, Bildung oder Corona musste Bullinger das komplexe Zusammenspiel zwischen Kommune, Landkreis, Land und Bund erläutern und die Gestaltungsspielräume von Kommunalpolitik verdeutlichen. Er sieht größer werdende Ansprüche an „die Politik“ bei gleichzeitig knapper werdenden Ressourcen – ein Spagat, der nicht einfach sei. Es treibt Bullinger um, dass sich immer weniger Bürger engagieren und er appelliert an die Jugendlichen, sich in ihrem Gemeinwesen einzubringen, in Vereine zu gehen, sich einzumischen bei der Gestaltung der gemeinsamen Zukunft. Ob er als junger Mensch in dieser Welt aufwachsen wollte? Da ist Bullinger Realist und Optimist zugleich. Es seien herausfordernde Zeiten, insgesamt werde die Welt jedoch auch besser: „Das findet in den Medien oft keinen Widerhall.“

Jochen Schmidt

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